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Rennsport trifft E-Mobilität: Martin Bauer im Interview

 

 

Martin Bauer Interview

Martin Bauer ist ehemaliger Motorradrennfahrer, gewann drei IDM-Superbike Meistertitel. Auch für die technische Seite des Sports hat er durch seine Ausbildung als Diplomingenieur für Mechatronik ein Händchen. Nach diesen Informationen würde man wohl keinen Enthusiasten für E-Mobilität vermuten, oder? Falsch gedacht: Martin Bauer sieht auch für den Rennsport großes Potenzial in E-Motorrädern. Im Interview hat er sein Know-how mit uns geteilt. 

Du hast über 10 Jahre Praxiserfahrung im klassischen Motorsport – und stehst der E-Mobilität trotzdem wohlwollend gegenüber. Wie kommt das?

Ich stehe jeder neuen Technologie sehr aufgeschlossen gegenüber. Da ich selbst aus dem technischen Bereich komme, weiß ich, was mit dem Elektroantrieb heutzutage möglich ist: Man kann Beschleunigungen und Leistungen realisieren, die dem stärksten Verbrennungsmotor zumindest ebenbürtig sind. Allein von diesem Standpunkt her ist die ganze Geschichte unglaublich interessant. Woran man noch arbeiten muss, ist die Bereitstellung des Stroms für die Motoren – ein derzeitiger Schwachpunkt der meisten E-Fahrzeuge. 

Wie schätzt du die Akzeptanz der E-Mobilität bei anderen Motorradfahrerinnen und -fahrern ein?

Der Grund warum die Akzeptanz bei Vielen noch nicht ganz da ist, ist der völlig andere Zugang. Man kann sich kaum eine Beschleunigung vorstellen ohne die entsprechende Geräuschkulisse – die Menschen sind das gewohnt. Dieser Unterschied macht es für einige schwierig, sich für die Elektromobilität zu begeistern. In diesem Punkt trennen die beiden Mobilitätsformen natürlich Welten. Es braucht einfach seine Zeit, bis es sich manifestiert hat, dass Motorradfahren auch ohne Klangkulisse extrem viel Spaß machen kann. 

Ein großes Streitthema bei der Elektromobilität sind die Akkus – welche Optionen siehst du hier für die Zukunft?

Die Akkutechnologie setzt die derzeitigen Limits. Möchte ich extreme Reichweite erzielen, brauche ich große Akkus – die viel Gewicht mit sich bringen. Beim Auto ist das unproblematisch, beim Motorrad wirkt sich diese zusätzliche Masse jedoch auf das Handling aus. Von der ökologischen Seite her muss die Industrie in Zukunft in der Lage sein, den Strom komplett aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Auch bei den Rohstoffen für die Batterien braucht es Alternativen für Lithium und Co., die weniger problematisch sind. 

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hi werTriumph arbeitet derzeit an einem Prototypen für das Modell TE-1 – ihr erstes elektrisches Motorrad. Welche Eigenschaften muss ein E-Motorrad erfüllen, damit du zufrieden bist?

Grundsätzlich das gleiche wie ein normales Motorrad mit Verbrennungsmotor: Es geht um die Dynamik, leichtfüßiges Handling, spontane Gasannahme und natürlich den Fahrspaß. Dinge, die man auch mit einem Elektromotorrad erleben kann. Ein E-Motorrad hat sogar Vorteile, da man die Schwerpunktlage verbessern kann. Denn der Elektromotor samt Akkus wird – im Gegensatz zu einem Verbrennungsmotor – nicht so weit oben platziert, sondern liegt um einiges tiefer. Diese Veränderung wirkt sich u.a. positiv auf das Handling aus. Wenn der Schwerpunkt tiefer ist, kann ich außerdem stärker beschleunigen, ohne dass das Vorderrad sofort abhebt. Ansonsten hat das E-Motorrad bezogen auf die Fahrdynamik keine Nachteile. Im Gegenteil: Die volle Leistung ist deutlich spontaner abrufbar – auf Knopfdruck maximales Tempo.

Dein Unternehmen liefert individuelle Lösungen für die Wünsche von Motorradfahrerinnen und -fahrern. Denkst du, dass sich diese mit der E-Mobilität verändern werden?

Bei MB Bike Performance versuchen wir in erster Linie die Motorleistung von Motorrädern zu erhöhen. Das machen wir hauptsächlich für die Rennstrecke. Für die Straße sind laute Auspuffanlagen nicht mehr so angesagt – auch aufgrund der lokalen Geräuschlimits. Was hingegen im Vordergrund steht, ist die Motorabstimmung am Prüfstand und die individuelle Anpassung an die Anforderungen der Fahrerinnen und Fahrer. Die Optimierung des Fahrwerks wird beim E-Motor genauso wichtig sein, wie beim Verbrenner. Sportlich-direkt oder gemütlich und komfortabel – diese Ansprüche werden auch bei E-Motorrädern bestehen bleiben. 

Ein Blick in die Zukunft: Wird unser gesamter Verkehr irgendwann elektrisch?

Ich denke, dass beide Motoren in Zukunft Bestand haben werden. Es wäre meiner Meinung nach auch ein Fehler, den Verbrennungsmotor komplett ad acta zu legen, da er jahrzehntelang optimiert und sein Wirkungsgrad massiv verbessert wurde. Elektromobilität wird für Distanzen verwendet werden, bei denen Strecke und Lademöglichkeiten klar sind. Kein Lärm, einfache Handhabung und keine Emissionen – besser geht’s nicht. Für alle anderen Anwendungen wird es dann andere Optionen geben – E-Fuels werden hier noch eine große Rolle spielen.

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