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Elektrische Camper: Wohin geht die Reise?

Coverbild zum Artikel Elektrische Camper Diese Modelle gibt es von Team Bergmann

Campen liegt voll im Trend. Kein Wunder: Flexible Mobilität und die Nähe zur Natur machen diesen Urlaub besonders attraktiv. Die meisten Wohnmobile werden jedoch mit Diesel vorangetrieben – und der verträgt sich mit der Natur bekanntlich nicht so gut. Aber es gibt bereits elektrische Alternativen.

Urlaub mit dem eigenen Wohnmobil wird immer attraktiver. Allein im Jahr 2021 gab es mit 5.948 Neuzulassungen den bisher größten Anstieg in Österreich – das zweite Rekordjahr in Folge. Der Markt boomt, doch vollelektrische Wohnmobile findet man bisher nur spärlich. Der Trend in Richtung Elektromobilität geht jedoch auch am Markt für Campingwägen nicht spurlos vorüber. Während es bei den klassischen Herstellern wie Dethleffs oder Hymer bisher nur bei Studien zu E-Wohnwägen bleibt, passen sich einige Autobauer bereits an den Wandel an und stellen neue Modelle vor.

Kompakte Vans machen den Anfang

Bis sich die tonnenschweren Hymer und Co. ebenfalls vollelektrisch ihren Weg durch die Straßen bahnen, wird es aufgrund des hohen Gewichts der Akkus noch dauern. Der Iridium wird also vorerst seine Monopolstellung behalten. Anders sieht es hingegen bei den deutlich kompakteren Kleinbussen aus – unter anderem beim elektrischen Modell des ikonischen VW Bulli.

E-Antrieb beim Campervan-Spezialisten Pössl

Der e-vanster von Pössl baut auf den Citroën ë-SpaceTourer. Laut Angaben des Herstellers ist das Modell bereits ab Mitte August für rund 58.499 Euro zu haben. Für ein Kompakt-Wohnmobil unbedingt zur 75 KWh-Variante greifen. Damit ist eine realistische Reichweite von 250 Kilometern drin.

Citroën ë-SpaceTourer

Sortimo stattet den Mercedes EQV aus

Der Schweizer Ausstatter Sortimo bietet eine Campingbox für den elektrischen Van Mercedes EQV an. Dazu gehören u.a. Solarpanels mit 400 Wh, sowie Akkus mit 60 bzw. 90 kWh Leistung für Kühlschrank, Licht und Co. Die Schlaf- und Küchenmodule gibt es um insgesamt 5.000 Euro, das Aufstelldach um 9.500 Euro. Insgesamt beginnt der Preis für einen ausgestatteten EQV bei ca. 67.500 Euro. Das Fahrzeug selbst fährt mit einer Reichweite von bis zu 384 Kilometern auf und hat fünf verschiedene Rekuperationsstufen zur Energierückgewinnung mit an Bord.

Mercedes-Benz EQV Van

Für Retro-Fans: Der VW Bus wird zum Buzz

Spricht man von Campingvans darf der VW Bulli selbstverständlich nicht fehlen. Optisch richtet sich das Modell nach seinem klassischen Vorgänger, der Antrieb ist jedoch vollelektrisch. Bis zu 420 Kilometer soll man mit dem Fahrzeug kommen. Seit Mai 2022 kann man den elektrischen Kleinbus VW ID.Buzz vorbestellen. Die günstigste Version ist ab 55.000 Euro erhältlich, während die ID.California-Ausführung samt Campingausstattung mit ca. 20.000 Euro mehr zu Buche schlägt. Wann letztere Version am Markt erhältlich ist, hat VW mit „in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts“ bisher eher vage formuliert.

VW ID.BUZZ

Vollelektrischer Pionier: WOF Iridium

Der Iridium wird seit 2020 produziert und ist das erste und bisher einzige vollständig elektrisch angetriebene Wohnmobil in Serie. Das technische Know-how stammt von Importeur und Händler WOF (Wohnmobil Outlet Factory), der unter anderem die Transporter des Paketdienstes UPS mit elektrischen Antrieben ausstattet. Und die haben sich in der Praxis in Bezug auf Reichweite und Sicherheit bereits bewiesen.  

Das Modell ist derzeit in zwei Varianten verfügbar. Das kleinere verfügt über 105 kW (143 PS) und 86,4 kWh starke Akkus, das größere über 140 kW (190 PS) und 108 kWh-Akkus. Damit schafft das E-Wohnmobil eine Reichweite von 300 bis 400 Kilometern. Mit der Schnellladefunktion kann man die Akkus innerhalb von zwei Stunden komplett aufladen. 

Neben der klassischen Ausstattung aus Küche, Schlafplätzen, Sitzgruppe und Bad ist außerdem eine Solaranlage mit an Bord. Die kleinere Version ist ab 169.900, die größere ab 197.900 Euro zu haben. 

WOF Iridium Elektrischer Campingwagen

Nutzung der bisherigen Ladeinfrastruktur

Um bei den Urlauberinnen und Urlaubern auch in Zukunft attraktiv zu bleiben, rüsten immer mehr Campingplätze ihre Infrastruktur auf. So können sowohl E-Wohnmobile, als auch E-Autos mit Campinganhänger ihre Fahrzeuge entspannt laden. Hier findest du eine Übersicht aller 474 Campingplätzen mit Ladesäulen in Europa.

Fazit

Der Anfang ist getan. Dennoch wird es noch etwas dauern, bis sich E-Wohnmobile für die breite Masse durchsetzen werden. Dafür müssen die Schwergewichte wie Dethleffs, Hymer und Knaus ihre Studien zu Realität machen und die Produktion in Serie vorantreiben. Klar ist jedenfalls, dass Camping vollelektrisch und emissionsfrei noch mehr Freude am Reisen durch die Natur macht. Wir bleiben gespannt!

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